Zusatzausbildungen
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Anti-Gewalt- und Kompetenztrainer/in (AKT) Berufsbegleitende Zusatzqualifizierung

Kursbeginn ab Herbst 2018

Das Antigewalt und Kompetenztraining ist ein nichtkonfrontativer Ansatz, der auf der Grundlage einer verstehenspädagogischen, ressourcenorientierten und demütigungsfreien Philosophie einen Bogen zwischen akzeptierenden und hinterfragenden Elementen spannt.

 

In der Arbeit mit gewaltorientierten jungen Menschen steht die Auseinandersetzung mit Gewalt und deren vorurteilsorientierten ideologischen Einbindung im Vordergrund. Die Ziele der Qualifizierung sind

  • Antigewalt- und Kompetenztraining in der Jugendhilfe durchzuführen
  • Befähigung zur Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Ideologien und vorurteilsorientierten Argumentationsweisen
  • Erlernen des Aufbaus von Arbeits- und Kommunikationsübungen mit schwierigem Klientel und Befähigung zur Einübung von gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien
  • Verstehen von situativen Gewaltabläufen und der Herausbildung von Gewaltkarrieren durch "biographischen Dialog"
  • Kennenlernen verschiedener Methoden zur Aufarbeitung von Gewalthandlungen und zur Bildungsarbeit
  • Ressourcenaktivierung und soziale Kompetenzstärkung zur Entwicklung einer gewaltfreien persönlichen Zukunft

Die duale Qualifizierung ist aufgeteilt zwischen der theoretischen Vermittlung gruppenpädagogischer Arbeit mit gewaltbereiten und vorurteilsorientierten, beeinflussten jungen Menschen (11 Ausbildungstage und 2 Workshoptage) und der praktischen Umsetzung des erlernten Wissens in die eigene Praxis (fachliches Controlling).

Inhalte der Ausbildung

Modul I (3 Tage):

  • Einführung und Überblick über den Qualifizierungslehrgang und die Gewalt- und Hassthematik, Einführung in die Biographiearbeit
    • Der Lehrgang: Inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Überblick - Erfassung der bisherigen Kenntnisse und des Erfahrungswissens
    • Unterschiedliche Ansätze der Antigewaltarbeit: Von der Akzeptanz zur Konfrontation
    • Das Konzept der "demütigungsfreien Nachsozialisation" in der Antigewaltarbeit
    • Jugendliche im Kreislauf von Gewalt und Misshandlung:
      Viktimisierungsprozesse, Epiphanische Erfahrung, gewaltaffine Interpretationsregimes und Gewaltmythologien als Entwicklungsstränge von Gewaltkarrieren
  • Analyse von Gewalthandlungen und vorurteilsorientierten Orientierungsmustern
    • Fallanalysen von Gewaltkarrieren
    • Fallanalysen von konkreten Gewalthandlungen - die Entstehungsbedingungen einer Gewaltsituation
    • Analyse von typischen Rechtfertigungskonstrukten der Gewalt
    • Zusammenhang von menschenverachtenden Ideologien und Gewalt
  • Methoden des biographischen Verstehens
    • Die biographische Analyse - das Intensivgespräch
    • Die systemische Analyse - das Genogramm
    • Das Erstellen der Fallstudie (Hausarbeit)

Modul II (2 Tage):

  • Die Leitlinien der Antigewaltarbeit und das Herstellen einer akzeptierenden Arbeitsbeziehung
    • Die Leitlinien für die Arbeit mit jugendlichen Gewalttätern
    • Das Curriculum eines Trainingskurses
    • Methodischer Rahmen von wirksamer Gruppenarbeit
    • Die Arbeit mit Gruppen im "Zwangskontext"
    • Die Auswahlgespräche mit den Jugendlichen
    • Der Vertrag mit den Jugendlichen
    • Die grundhaltung des Trainer zum Beziehungsaufbau
  • Methoden und Techniken der Aufarbeitung von Gewalttaten - Die "Gewaltsitzung"
    • Die Kosten/Nutzenanalyse und das Entwickeln der "persönlichen Stoppkarte"
    • Das Konzept und die Phasen der "Gewaltsitzung"
    • Methoden der Verunsicherung und Wertschätzung zur Vermeidung von Rechtfertigungsstrategien und zum Initiieren von Veränderungsprozessen
    • Analyse der Gewaltmuster unter Einbeziehung der biographischen Entwicklung
    • Möglichkeiten und Grenzen der Empathieentwicklung für das Opfer
    • Der Sicherheitsplan der Jugendlichen
    • Die Rolle der Gruppe in der "Gewaltsitzung"

Modul III (3 Tage):

  • Praktische Übungen und Rollenspiele zur "Gewaltsitzung"
    • Durchführung von praktischen Übungen, Rollenspielen und Standbildern mit Videofeedback
  • Erlernen gewaltfreier Konfliktlösungsstrategien
    • Provokationstest zur praktischen Einübung gewaltfreien Verhaltens: Ziele und methodischer Rahmen
    • Diskriminationstraining zur Ausübuing selbstsicheren Verhaltens

Modul IV (3 Tage):

  • Einführung in die Verunsicherungspädagogik
    • Identifizieren von Versatzstücken menschenverachtender Ideologien
    • Merkmale von religiösem Extremismus und fundamentalistischen Einstellungen von Jugendlichen
    • Der Umgang mit Traditionalismen bei jungen Menschen aus Kreisen der Migranten - Der Begriff "Ehre" im Kontext von Gewalthandlungen
    • Subversive Versicherungspädagogik für die sozialpädagogische Präventionsarbeit mit Jugendlichen
    • Umgang mit menschenverachtender Argumentation - Praktische Übungen zur Verunsicherungspädagogik
  • Kompetentztraining und Ressourcenaktivierung
    • Das Entwickeln und Stabilisieren von persönlichen Kompetenzen der Jugendlichen
    • Die Arbeit mit den Angehörigen während der Trainingszeit
    • Ressourcenarbeit, systemische Arbeit, das Entwickeln des Hilfsystems
    • Stabilisierungscoaching nach dem Training
  • Abschlusscolloquium
    • Das Aushalten und der Umgang von schwierigen Situationen in der Arbeit mit den Jugendlichen, Arbeit mit Verleugnung und Widerstand, mit Gewalt und Macht in Gruppen
    • Mein persönlicher Entwicklungsprozess als AKT-Trainer/in, Zertifikatsübergabe

Didaktische Methoden: Impulsreferate, Kleingruppenarbeit, Fallarbeit, praktische Übungen, Rollen- und Planspiele (z.T. mit Videofeedback), kollegiale Beratung, Hausarbeiten.

Voraussetzungen

  • Erzieherische, sozialpädagogische oder psychologiosche Ausbildung oder vergleichbare Ausbildung
  • Berufserfahrung im (sozial)pädagogischen Bereich oder psychologischen Bereich

Termine der theoretischen Ausbildungsblöcke:

  • 29.10.2018 bis 31.10.2018
  • 07.01.2019 bis 09.01.2019
  • 11.03.2019 bis 13.03.2019
  • 22.05.2019 bis 24.05.2019

Zertifizierung

Die Zertifizierung erfolgt nach den Standardkriterien von Violence Prevention Network e.V., wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Teilnahme an allen 4 Ausbildungsmodulen
  • Teilnahme an 2 Interventionstagen
  • Fachliches Controlling praktischer Arbeit
  • Anfertigung einer Fallstudie (Skizzierung einer Gewaltkarriere inkl. Genogrammauswertung)
  • Protokollierung und fachliche Auswertung einer "Gewaltsitzung"

Organisatorisches

Referent/in: Thomas Mücke (Pädagoge, Politologe)
Termin: Montag, 29. Oktober 2018
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 12
Kosten: € 2.190,00
Anmeldeschluss: 28. September 2018
Organisation: INPUT e.V.
Dauer: 11 Seminartage aufgeteilt in 4 Blöcke
Beginn/Block 1: 29.10.2018
Seminarkosten: 2190,00€
Anmeldung: INPUT e.V., Sandstr. 41, 80335 München, Tel. (089) 29160463 oder E-Mail info@inputseminare.de
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